Egerland

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Gedicht: Pfingsten (Otto Zerlik)

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Pfingsten (Otto Zerlik)

Oa(n jedern Eck, oa(n jedern End,
blöiht hellaf, wos no blöiha koa(n.
Sua månchers Kinnerl håut sei(n Händ
voll Bläimla, wos daschleppm koa(n.
Es stolpert låchat månchern Schriet;
sei(n Äugla blöihn grod schöia mit. 

In jedra Stau(d)n, in jedan Baam
is Lebm, åls wa(r a Håuchzatstogh,
am Stodlfirst, am Gartnzaam,
am Giewlsims, in Taubmschlogh.
Du toust koin unbesungna Schriet,
låu(ß d’Surgn dahoim, sing mit, sing mit. 

Låch mit! Zan Gåmmern is koa(n Zeit.
Dös Blöiha håut da Herrgott bstöllt.
Gi(b åcht, dass niat va latta Freud,
a Kinnerl diar za Föißn föllt. 

U sing! U singst aa no gånz stüll;
an jedan gült dös Glück, döi Freud!
Dös is, wos in da Fröihlingszeit
da Herrgott jedern schenkn wüll. 

Otto Zerlik
(*4. Jänner 1907 in Uittwa bei Tepl, † 24. April 1989 in Geislingen an der Steige)

[Håuchzatstogh = Hochzeitstag, Stodlfirst = Scheunendach (obere Kante, Dachfirst),  Gartnzaam = Gartenzaun, Giewlsims = Sims im Bereich des Dachgiebels, Taubmschlogh = Taubenschlag, Gåmmern = Jammern, Föiß = Füße]

Quelle:
Das Egerland erzählt. Helmut Preußler Verlag, Nürnberg

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