Egerland

Land, Leute und Kultur


Ein Kommentar

Weihnåchtn (Gedicht von Josef Urban)

Weihnåchtn

Stöllts wieda-r af an Zuckabam
in Stubm u Stüwlan, nu(ch sua kloa(n,
dass jedas aa dean söißn Tra(u)m
van Christkind wieda traama koa(n. 

Hängts droa(n aa recht vül Zuckazeigh,
af d Spitz a goldas Engarl möißt
u Kiarzla solln af jedan Zweigh
a Englhåua, wos schäi(n glöißt. 

Drahts s Stubmlöicht o(b, zünds d Kiarzla-r oa(n,
vagessts, wos druckt u wo(s)‘ts scho(n gli(tt)n,
måchts d Herzn weit af, gråuß u kloa(n
füar d Weihnåchtsfreid, füarn Weihnåchtsfrie(d)n. 

Josef Urban (da „Geigha“-Pepp)
(* 09.05.1891 Sandau [zwischen Eger und Marienbad], † 14.01.1961 Limburg / Lahn)

Quelle:
Puppm – Egerländer Mundartgedichte
von Josef Urban

Egerland_Russbild_Maria_Joseph_www.egerland.wordpress.com


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Gedicht aus dem Egerland zum Heiligen Abend:“S’is Halegha Åum(b)d“

S’IS HALEGHA ÅUM(B)D

Halegha Åum(bd, drua(bm im Kaiserwold –
åls töif vaschneit u da Wind waht kolt
a Hüafl am Wold, hi(ngloint oan Hång,
Trüpf hängt volla Eiszåpfm, dick u lång.
Zwoa Fensta stråhln asse, hells Löicht in Gårtn –
dona soll untan Baimån s’Christkin(dl wårtn!
Drin sitzn zeah Leit üman groußn Tisch;
zan Haleghn åum(bd gi(bts hei(nt amål Fisch,
s’san båchane Haren(g u Ea(rdöpfl dazou,
an Stolln u dürrt‘ Zwatschka nu hintnnou(ch.
Kin(da san hei(nt schon gånz schäi(n afdraht,
wal se jeds, wöi nea wos afs Christkin(dl gfrat.
Båld möin se ins Bett, in da Kåmma(rn drua(bm;
Die Groußn ho(bm se spata schäi(n wårm oa(nzuagn,
sie nemma in d’Händ, an Steckn, d’Lotern;
in da Haleghn Nåcht bsoucht ma d’Mettn gea(rn.
Sie ståpfm a Stund hi(n – zruck a nou(ch ra Waal,
da Schnäi, dea(r glitzert im Löicht, wöi Kristall –
in Gedånkn va(rsunkn ban Wun(da, dera Nåcht,
wöi Maria u Josef söllmål a hout g‘wåcht.
Kin(da wear(dn munta, bål(d in da Fröih
u rumpeln in d’Stu(bm oi, ganz alle(ch, als wöi;
da Zuckabam funklt nan zou, volla Pråcht
U drunta is abroit‘, wos s’Christkin(dl bråcht:
Da Kloin ihra Puppm, döi hout a nei’s Kloi(dl,
wårm Strümpf u a Mutzn find s’gräißare Moi(dl,
s’Hanserl a Wagl mit ran Pfaa(dl droa(n,
an Pepi bringts Stiftfår(bm, da ra måln fest koa(n,
füa(rn Franze an Baukåstn, füa(r oin feste Schouh
u Äpfl u Nüss‘ san füa(r åll a nu dou.
Ihra Augn, döi glänzn u s’Gsicht stråhlt voll Freid,
o du schäina, åltsölegha Weihnåchtszeit!

Gustav Brandl

Quelle:
„Stimmen von Sandau“  (4/2013, 64. Jahrgang, Hrsg. und Abonnement: Josef Plahl, Weilburg)