Egerland

Land, Leute und Kultur


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Gedicht: Låch u spring u sing! (Josef Hofmann)

LÅCH U SPRING U SING!

A Mensch, der wos zfrie(d)n is u aa-r a weng denkt,
der gfreut sich, wenns schäi(n is, u gfreut sich, wenns rengt,
der gfreut sich in Frie(d)nszeit u gfreut sich in Striet
u aa ba da Årwat, ban Saan u ban Schniet.

Wos soll ma neat lusti sa(n? D’ Welt is sua schäi(n!
Da Wold u d’ Wies låchn uns oa(n mit sein Gräin
u ‘s Bacherl springt lusti, ‘s låcht ‘s Vüagherl am Zweigh,
Da Feuafålk gfreut sich u ‘s Fischerl in Teich.

Kurz, ålls guchzt u låcht, wo ‘s near gi(b)t af da Ear(d)n
u d‘ Sunn låcht van Himml u gröißt as da Fern.
Wer kannt an dåu woina u traamhappat sa(n?
Is ålls in helln Jubel, sa låchst hålt du aa!

U gäiht neat ålls gout o(b u glückli, wöist’s denkst,
sa is dös balei(b nuch koa(n Grund, dass d‘ dich kränkst.
Af ‘s Weda kinnt d‘ Sunn u af ‘s Unglück a Freud.
Wer gscheit is, der gfreut sich af d’ kummada Zeit.

A gsunds u hells Låchn håut näi wos vadurbm,
van Låchn, ma(n Löiwa is näimads nuch gsturbm
u kinnt zletzt da Tåud u sågt: „Måch öitza Schicht!“,
sa tou nuch an Guchza u låch ’n ins Gsicht.

Josef Hofmann
(*19.03.1858 in Karlsbad, † 21.06.1943 in Karlsbad)

Quelle:
Egerland mein Heimatland, Josef Hofmanns Art und Erbe
Herausgegeben von Otto Zerlik.

[schäi(n = schön, rengt = regnet, Årwat = Arbeit, Saan = Säen, Schniet = Schnitt (Getreideernte), Gräin = Grün, Vüagherl = Vöglein, traamhappat = verträumt, guchzn = juchzen, Löiwa = Lieber, Guchza = Juchzer]

Internet:
Josef Hofmann (Wikipedia)

 

 

Egerland.wordpress.com_Eger_Taubenschwanz_Bluete


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Gedicht: Pfingsten (Otto Zerlik)

Pfingsten (Otto Zerlik)

Oa(n jedern Eck, oa(n jedern End,
blöiht hellaf, wos no blöiha koa(n.
Sua månchers Kinnerl håut sei(n Händ
voll Bläimla, wos daschleppm koa(n.
Es stolpert låchat månchern Schriet;
sei(n Äugla blöihn grod schöia mit. 

In jedra Stau(d)n, in jedan Baam
is Lebm, åls wa(r a Håuchzatstogh,
am Stodlfirst, am Gartnzaam,
am Giewlsims, in Taubmschlogh.
Du toust koin unbesungna Schriet,
låu(ß d’Surgn dahoim, sing mit, sing mit. 

Låch mit! Zan Gåmmern is koa(n Zeit.
Dös Blöiha håut da Herrgott bstöllt.
Gi(b åcht, dass niat va latta Freud,
a Kinnerl diar za Föißn föllt. 

U sing! U singst aa no gånz stüll;
an jedan gült dös Glück, döi Freud!
Dös is, wos in da Fröihlingszeit
da Herrgott jedern schenkn wüll. 

Otto Zerlik
(*4. Jänner 1907 in Uittwa bei Tepl, † 24. April 1989 in Geislingen an der Steige)

[Håuchzatstogh = Hochzeitstag, Stodlfirst = Scheunendach (obere Kante, Dachfirst),  Gartnzaam = Gartenzaun, Giewlsims = Sims im Bereich des Dachgiebels, Taubmschlogh = Taubenschlag, Gåmmern = Jammern, Föiß = Füße]

Quelle:
Das Egerland erzählt. Helmut Preußler Verlag, Nürnberg

Kaiserwald_Glatzen_Bleml_Egerland.wordpress.com


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Gedicht: Frühlingsboten – Fröihling (Otto Zerlik)

Sua töifs aa gfröist, sua vüls aa schneit,
Josefi kinnt u d’Åustazeit,
wåu d‘ Ziegla lustigh springa
u d’Vüagherla va weit, weit hear,

vo Tol u Teich, va Sånd u Mear,
an Fröihling wieda bringa.

Otto Zerlik
(*4. Jänner 1907 in Uittwa bei Tepl, † 24. April 1989 in Geislingen an der Steige)

[gfröist = gefriert, Josefi = Josefstag (19. März), Åustazeit = Osterzeit, Vüagherla = Vögelchen ]

Quelle:
Das Egerland erzählt. Helmut Preußler Verlag, Nürnberg


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Wir Egha(r)lander

Wir Egha(r)lander 

Dös is dös, wos uns ållawal                                                       stets
am Dåmm und gsund håut g‘håltn:
mir san in Fleiß und Spårsåmkeit
genau wöi un(s)ara Åltn,                                                            Vorfahren
håbm Bäuma gföllt und Fölsn gsprengt,
`s Wåssa in’s rechta Rinnl zwängt,                                            geleitet
håbm schwa(r sich plåugt und gschundn
und’s Schwürsta üwa(r)wundn.

Die gånz Woch growat, gfischt und gjågt,                                 gerobotet
in Summa und in Winta,
Wöi Gieft håut uns da Büttl g’håßt,
der ålta Bauernschinda!
Sua månchra håut nan’s hoimlich gschwurn.
Sie san niat woach und wenga wur(d)n.                                    sie haben sich nicht gebeugt
Da Burgherr is vergånga, –
es kraht nåuch ih(n koa(n Håhna! –

A Spåtz, der bringt sechs Spåtzn as, –                                      ein Sperling
a Baua, niat sechs Bauern.
Es is niat un(s)a Årt und Weis,
am Be(tt)lkreuza z lauern.
Håbm mei(n Togh garwat, gspårt und baut,                            stets
af Gott und un(s)a Kråft vertraut;
håbm zimmert, gråbt und gmauert
und’s Ürgsta üwa(r)dauert.                                                          das Schwerste

Sua wår’s, sua is’s, sua wird’s aa bleibm!
Dös låu(ß)n mir uns niat nehma,
daß mir da Naot, da Zwidakeit                                                  dem Widerwillen
rechtschåffn widastehnga.
Drüm wissen mir aa hali-gwiß,                                                   ganz gewiss
daß z’letzt da Herrgott mit uns is
und daß nåuch Naot und Greina                                                Weinen
uns d Sunn und d Sternla scheina!

Otto Zerlik
(*4. Jänner 1907 in Uittwa, † 24. April 1989 in Geislingen an der Steige)

Quelle:
Egerland Landschaft und Menschen in der Dichtung, Verlag Langen Müller, ISBN: 3-7844-2013-3

Internet:
Oberpfälzer Kulturbund: Otto Zerlik
Kulturportal West-Ost: Otto Zerlik